Der Begriff Rock n’Roll beschreibt nicht nur eine Musikrichtung, die vor allem in der 1950er bis in die 1960er Jahren populär war, sondern steht auch für ein ganz bestimmtes Lebensgefühl, das die Generation dieser Zeit übermittelte und nach dem sie lebte. Eine exakte Definition des Begriffes als Umschreibung eines Musikstils gibt es nicht, doch steht fest, dass Rock n’ Roll fast immer im 4/4-Takt gespielt wird und einen dominanten Offbeat/Backbeat enthält.
Über diese beiden Bedeutungen des Begriffes hinaus gibt es noch eine weitere: Rock n’ Roll wird auch als Bezeichnung für einen bestimmten Tanz, eben den Rock n’ Roll-Tanz verwendet. Vorbild für diesen Tanzstil war wohl der Lindy Hop, aber der Rock n’ Roll-Tanz beinhaltet weit arkrobatischere Elemente als sein Vorfahre der Lindy Hop. Auch der Jive und der Bogiee-Woogie sind Tänze, die dem Rock n’ Roll-Tanz offensichtlich sehr nahe stehen.
Die ursprüngliche Bedeutung der Worte „rock and roll“ (deutsch „schaukle und wälze“) war aber eine ganz andere, denn dieser Slangbegriff war eigentlich eine beschönigende Bezeichnung für den Geschlechtsakt. Wo genau die Bedeutungsumformung begann, ist heute schwer zu sagen. Einer der bekanntesten Leute, die den Begriff erstmalig benutzten, um einen Musikstil zu beschreiben, war der amerikanische DJ Alan Freed, der Anfang der 50er Jahre damit begann, eine neu aufkommende Musikrichtung als rock n’ roll zu bezeichnen. Innerhalb weniger Jahre wurde die Rock n’ Roll Musik zu einer der beliebtesten überhaupt und die amerikanische Jugend tanzte sich die Seele aus dem Leib.
Grund für diese Euphorie war an vorderster Stelle sicher die Radioshow des besagten DJ Alan Freed, in der er vorrangig Rhythm and blues schwarzer Künstler spielte und diese Musik sowie seine Radiosendung bei jungen Leute aller Hautfarben beliebter wurde, als er es sich je hätte träumen lassen. So wurde Freed zu einer Art ‘Vater’ des Rock n’ Roll, der zahlreichen jungen Künstlern durch seine Unterstützung den Weg für überaus erfolgreiche Karrieren ebnete. Zu seinen Schützlingen gehörten Rock n’ Roll Größen wie Chuck Berry, Frankie Lymon und viele andere. So veränderte sich die anfängliche Bedeutung des Begriffs weg vom reinen Synonym für Rhythm und blues zu einer eigenen Musikbezeichnung, die besonderen Wert darauf legte, scharfe Trennungen zwischen den Rassen zu verwischen.
Inzwischen, über 50 Jahre später, ist der Begriff Rock n’ Roll aus dem Deutschen wie dem Angelsächsischen nicht mehr fortzudenken, hat seine Bedeutung aber weiter ausgeweitet und wird inzwischen häufig als Beschreibung für Rockmusik im Allgemeinen angewendet.